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Junger Kreuzbund Seminar: Konflikte verstehen und bewältigen
10. – 12. April 2026; Kloster Jakobsberg, oberhalb von Ockenheim
Einleitung
Vom 10. bis zum 12. April 2026 versammelten wir uns als Gruppe von 17 Personen auf dem
Kloster Jakobsberg, um uns intensiv mit dem Thema „Konflikte – verstehen und bewältigen“
auseinanderzusetzen. Unter der fachkundigen und einfühlsamen Leitung der Referentinnen
Annett Rönnau und Mareike Ochner reflektierten wir sowohl innere als auch äußere
Spannungsfelder in einer Atmosphäre des Vertrauens.
Rahmenbedingungen und Atmosphäre
Das Kloster Jakobsberg bot uns, wie immer, mit seiner wunderschönen Lage oberhalb von
Ockenheim den idealen Rückzugsort für diese „Innere Arbeit“. Das Wetter zeigte sich gnädig:
Bei überwiegend strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen konnten wir die
Kraft des Ortes voll nutzen. Die wenigen Regentropfen trübten die durchweg positive
Stimmung keineswegs; sie unterstrichen eher die Konzentration im Inneren. Die wie gewohnt
exzellente Verpflegung bildete den perfekten Rahmen für ein rundum gelungenes
Wochenende.
Inhaltliche Schwerpunkte
In der gemeinsamen Arbeit, sowohl im Plenum als auch in Kleingruppen, wurden Konflikte
nicht als bloße Störfaktoren, sondern als Chance für positive Veränderung und persönliches
Wachstum beleuchtet. Unter Anleitung der Referentinnen arbeiteten wir mit verschiedenen
wissenschaftlichen Modellen, um unser eigenes Verhalten und unsere Reaktionen
tiefergehend zu ergründen.
Die Analyse der eigenen Konfliktstile Ein wesentlicher Teil der Arbeit war die
Auseinandersetzung mit den individuellen Konfliktstilen nach Thomas-Kilmann. Wir
untersuchten, ob wir in Spannungsphasen eher zur Konfrontation, zur Vermeidung, zur
Anpassung, zum Kompromiss oder zur aktiven Zusammenarbeit neigen. Diese
Selbsterkenntnis war für viele ein Augenöffner und bildet die notwendige Basis, um in
schwierigen Situationen künftig bewusst agieren zu können, statt nur reflexhaft zu reagieren.
Der Blick in den Vulnerabilitätszirkel Besonders tiefgehend war die Beschäftigung mit dem
Vulnerabilitätszirkel nach Schenkman & Fishbane. Hierbei blickten wir unter die Oberfläche
und analysierten, welche tiefsitzenden Verletzlichkeiten und emotionalen Trigger in
Konflikten aktiviert werden. Das Verständnis dieser Dynamik hilft dabei, den oft destruktiven
„Teufelskreis“ aus gegenseitigen Verletzungen zu durchbrechen und stattdessen eine Haltung
der Empathie für sich selbst und das Gegenüber zu entwickeln.
Lösungswege durch Gewaltfreie Kommunikation Als praktisches Werkzeug zur
Deeskalation lernten und vertieften wir die Methode der Gewaltfreien Kommunikation (GFK)
nach Marshall B. Rosenberg. Einen sehr anschaulichen und humorvollen Einstieg in dieses
Thema bot uns Loriot mit seinem klassischen Sketch vom „harten Ei“. An diesem Beispiel
einer vollkommen misslungenen Kommunikation wurde deutlich, wie schnell unbeantwortete
Bedürfnisse und versteckte Vorwürfe eine Situation vergiften können. Mithilfe der GFK
lernten wir, den Fokus stattdessen auf wertfreie Beobachtungen, das Benennen von Gefühlen
und Bedürfnissen sowie das Formulieren klarer Bitten zu legen.
Methodik und Gemeinschaft
Die Mischung aus theoretischen Impulsen im Plenum und intensiver Kleingruppenarbeit
wurde durch Achtsamkeitsübungen und Spiele ergänzt. Diese halfen uns, die nötige
Leichtigkeit zu bewahren und den Blick für das Wesentliche zu schärfen. Dass die Leitung
durch Annett Rönnau und Mareike Ochner erfolgte, war ein besonderer Glücksfall. Ihre Art
der empathischen Expertise schuf einen Raum, in dem sich jeder sicher fühlen konnte – eine
Voraussetzung, damit der Mensch sein volles Potenzial zur Entfaltung bringen kann.
Besonders erfreulich war die Gruppendynamik der 17 Teilnehmer. Die Mischung aus
langjährigen Weggefährten und neuen Gesichtern funktionierte hervorragend. Die „Neuen“
wurden schnell vertraut und in die Gemeinschaft aufgenommen. Ein besonderes Highlight für
die Stimmung war die gemeinsame Gratulation für ein Geburtstagskind in unserer Runde. Mit
herzlichem Gesang und Kuchen wurde beglückwünscht, was den familiären Charakter des
Seminars einmal mehr unterstrich.
Fazit
Das Wochenende auf dem Jakobsberg hat gezeigt: Konflikte müssen nicht zerstören. Mit den
richtigen Werkzeugen können sie zu Wegweisern für ein reiferes Miteinander werden. Es
wurde deutlich, dass friedliche Einheit und gegenseitige Stütze möglich sind, wenn alle
Beteiligten mit Offenheit und Wertschätzung aufeinander zugehen. Ich nehme wertvolle
Impulse für meine tägliche Arbeit in der Suchtselbsthilfe mit und danke allen für die
Offenheit und die wunderbare gemeinsame Zeit.
Verfasser: Lars